Der Minijob als Sparboost

Der Minijob als Sparboost

Der Minijob wurde früher sehr gerne als Schüler- oder Studentenjob genutzt. Er bot sich aber auch für Hausfrauen, die die meiste Zeit des Tages auf die Kinder aufgepasst haben, an.
Heute nutzen sehr viele Arbeitnehmer die Möglichkeiten, die einem ein Minijob bietet. Ob du das Geld zum Bezahlen von Schulden, für einen tollen Urlaub oder die finanzielle Freiheit brauchst, spielt ja keine Rolle. Ein Minijob kann dir echt helfen und wenn du dich dran gewöhnt hast, ist es halb so wild.

Inhaltsverzeichnis:

Möglichkeiten des 450 € Jobs

Bei einem Minijob hat man die Möglichkeit 450 € netto zu verdienen. Was viele gar nicht wissen: Das geht auch zusätzlich zu einem bereits vorhandenen Job.
Der Arbeitgeber zahlt bei dieser Art der Arbeit für gewöhnlich die Steuern und Sozialabgaben pauschal. Es werden 13% Krankenkassenbeitrag und 15% Rentenversicherungsbeitrag gezahlt. Dazu kommen noch 2% pauschale Steuern und marginale weitere Beiträge. Du selbst zahlst nur einen geringen Prozentsatz an Rentenbeiträgen. Und zwar die Differenz zwischen den 15%, die dein Arbeitgeber zahlt, und dem normalen Rentenversicherungsbeitragssatz. Dieser liegt in 2019, sowie auch in 2020, bei 18,6%, du zahlst also nur 3,6% von deinem Bruttogehalt. Davon kannst du dich aber befreien lassen. Einen einfachen Antrag ausfüllen und fertig.

Rechenbeispiel Minijob

Minijobs gibt es in so gut wie jeder Branche. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt, es gibt eigentlich alles, was man sich vorstellen kann. Häufig werden zum Beispiel Regaleinräumer, Bürokräfte, Kassierer und Kellner gesucht. Auch Hilfskräfte für die Küche von Restaurants werden regelmäßig benötigt. Das Schöne dabei ist, dass der Mindestlohn gezahlt werden muss. Zur Zeit sind das 9,19 € und ab dem 01.01.2020 sogar 9,35 €. Du denkst jetzt vielleicht, dass das nicht wirklich viel ist. Das stimmt natürlich auch zum Teil. Wer seinen Lebensunterhalt mit dem Mindestenslohn bestreiten muss hat es schwer. Hier gehen wir jedoch davon aus, dass es sich bei dem 450 Euro-Job nur um einen Nebenjob handelt. Quasi einen NETTO Nebenjob. Um 9,19 € netto zu verdienen brauchst du, je nach steuerlicher Situation, in Steuerklasse 1 einen Stundenlohn von ca. 13,40 €. Bei einer Vollzeitstelle mit 40 Stunden sind das ca. 2320 € brutto. Kein phänomenales aber auch kein schreckliches Gehalt.
Und damit ist ja nicht Schluss. Es gibt auch Minijobs, die besser bezahlt werden. Als Bürohilfe sind auch leicht 15 € pro Stunde drin.
Damit müsstest du dann 30 Stunden im Monat arbeiten, um die 450 € zu erreichen.
Beim Mindestlohn sind es knapp 49 Stunden, die man für 450 € arbeiten muss bzw. kann.

Vorteile des Minijobs

Die Vorteile dieser „Nebenjobs“ liegen klar auf der Hand. Ich habe noch ein kleines Beispiel vorbereitet.
Wenn du es normalerweise schaffst 200 € von deinem verdienten Geld zu sparen und du ein Nettogehalt von 1300 € bekommst, sind das 15,4 %. Die 450 Euro erhöhen dein Nettogehalt auf 1750 €. Wenn du alles davon sparst bist du bei einer Sparquote von 37,1 %. Selbst wenn du 50 € monatlich als Taschengeld nimmst oder um die Fahrkarte zum Job zu bezahlen sind die 450 € zusätzlich natürlich ein echter Boost beim Sparen. Das sind selbstverständlich nur Beispiele, diese sollen aber zeigen, welche Auswirkungen ein Minijob auf deine Sparrate hat. Selbst wenn du es schaffst monatlich 450 € von deinem Gehalt zu sparen, kann der Nebenjob deine Sparrate verdoppeln!

Rechte bei einem Minijob

Die Rechte bei einem Minijob unterscheiden sich erstmal nicht von einem „normalen“ Job. Als Angestellter hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auch Anspruch auf bezahlten Urlaub. Der jährliche Anspruch beträgt dabei 4 Wochen bzw. 24 Werktage bei einer 6 Tage Woche. Das bedeutet zum Beispiel, wenn du 2 Tage die Woche einen Nebenjob ausübst, hast du bei einem Anspruch von 4 Wochen also 8 Arbeitstage Urlaubsanspruch. Mindestens! Bezahlt!

Der Kündigungsschutz ist übrigens auch der Gleiche, wie bei einem Vollzeitbeschäftigten.

Den Minijob mit dem Hobby verbinden

Wer weiß, vielleicht lässt sich der Job sogar mit dem Hobby verbinden? Ich weiß natürlich nicht was dein Hobby ist, aber da es so gut wie überall diese Jobs gibt, gibt es auch vielleicht einen in deinem Hobbybereich. Wenn nicht explizit danach ausgeschrieben wurde, kannst du auch einfach Mal fragen, ob Hilfe benötigt wird. Vielleicht am Wochenende.
Das kann das Ausmisten auf dem Pferdehof, der Verkauf und das Einräumen der Regale von Brettspielen sein oder vielleicht als Barmann in der Fußball-Kneipe um die Ecke. Die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt.
Auf diese Art kannst du mit deinem Hobby vielleicht sogar noch etwas Geld verdienen. Was will man mehr?

Erfahrungen durch einen Nebenjob sammeln

Ein weiterer Vorteil ist, dass du unter Umständen sogar Erfahrungen für dein (zukünftiges) Berufsleben sammeln kannst.
Die Erfahrung als Verkäufer im Einzelhandel macht sich vielleicht Mal bezahlt. Du könntest so auch zum Beispiel kaufmännische Erfahrungen sammeln, zusätzlich zu deiner handwerklichen Ausbildung. Oder anders herum.
Auch wenn es sich nur um einen Minijob handelt kann es ein großer Pluspunkt bei deiner Bewerbung oder der nächsten Gehaltsverhandlung sein. Erfahrungen sammeln bringt ja eigentlich nur Vorteile.

450 Euro Job und Steuern

Der Minijob (auch 450 Euro Job genannt) ist für gewöhnlich steuerfrei für den Arbeitnehmer. Wichtig ist natürlich immer die persönliche steuerliche Situation. So kann man zum Beispiel nur einen Minijob neben dem Hauptjob haben und von den Steuervorteilen profitieren. Wird der Nebenjob nicht richtig beim Arbeitgeber angemeldet kann es außerdem sein, dass dieser in Steuerklasse 6 versteuert wird. Dann bleibt nicht viel von dem Verdienst übrig. Auch wenn der Mindestlohn Anfang 2020 erhöht wird, ist zur Zeit nicht geplant, dass die 450 Euro Grenze angehoben wird. Das hat Vor- als auch Nachteile. Für den Arbeitnehmer aber hauptsächlich Nachteile. Die 450 Euro Grenze wird so schneller erreicht. Das bedeutet, dass man weniger Stunden arbeiten muss. Leider kann man dann, obwohl man einen höheren Stundenlohn bekommt, in Summe nicht mehr verdienen.
Außer acht sollte man bei einem Nebenjob auch nie den Hauptarbeitgeber lassen.
In vielen Arbeitsverträgen (oder Zusätzen zum Arbeitsvertrag, wie zum Beispiel einer Betriebsvereinbarung) sind Nebenjobs kategorisch ausgeschlossen oder bedürfen der Erlaubnis des Arbeitgebers.
Das kannst du in deinen entsprechenden Verträgen nachlesen oder auch einfach Mal in der Personalabteilung oder bei deinem Chef direkt nachfragen.

Du musst natürlich deine eigene steuerliche Situation berücksichtigen. Solltest du dabei Hilfe brauchen, kannst du dich wie immer auch an deinen Steuerberater wenden.

Fazit

Es ist klar, dass du das Geld bei einem Nebenjob nicht geschenkt bekommst. Du wirst dafür arbeiten und Zeit aufwenden müssen. Als Sparboost empfinde ich es aber als tolle Möglichkeit. Und das Beste ist, du musst es ja nicht auf ewig machen. Außer natürlich du findest gefallen daran.
Du kannst mit deinem Nebenjob 5400 € netto im Jahr dazu verdienen. Ich finde das ist eine Wahnsinnssumme.

Wenn du nach Möglichkeiten suchst, um an Geld zu kommen, ist das eine sehr gute Variante. Weitere Tipps habe ich in dem Bericht „Schnell an Geld kommen, ohne Kredit!“ für dich zusammengetragen.

Viele Infos rund um das Thema Minijob, auch wie du selber einen Minijobber anstellen und anmelden kannst, findest du auf www.minijob-zentrale.de

Dein reisparer