Gefallene Aktien nachkaufen oder verkaufen

Gefallene Aktien nachkaufen oder verkaufen?

Die Frage „Gefallene Aktien nachkaufen oder verkaufen?“ hat sich mir im Laufe meiner, zugegeben noch relativ kurzen, Zeit als Anleger schon öfter gestellt, als mir lieb ist.
Eine der Aktien, die ich gerade noch so voller Leidenschaft und Optimismus gekauft habe, ist stark gesunken. Ich rede dabei jetzt nicht von kleineren Schwankungen von wenigen Promill bis Prozent. Sondern wirklich massive Schwankungen.
Seien es schlechte Nachrichten, eine Schwankung des Gesamtmarktes oder ein anderer mir unerfindlichen Grund, der das Papier hat sinken lassen. Mal bauen die Werte langsam aber stetig ab, Mal sind es direkt massive Einbußen auf einen Schlag. Die Frage, die sich mir jedes Mal ab einem bestimmten Zeitpunkt stellt: Nachkaufen und so den durchschnittlichen Kaufpreis senken oder lieber verkaufen und das noch vorhandene Geld in Sicherheit bringen bevor es, unter Umständen, bald vollständig verloren ist. Das Ganze ist natürlich keine leichte Frage und ich muss jedes Mal abwägen, was in dem bestimmten Fall jetzt die richtige Option ist.

Wenn die Wertpapiere fallen gibt es für mich drei mögliche Wege, die man einschlagen kann.

Abwarten und Tee trinken

Der zumindest bequemste Weg ist es einfach abzuwarten. Erstmal schauen, wie sich das Ganze entwickelt. Das ist natürlich nicht immer die beste Strategie. Kann es aber tatsächlich sein. Wenn die Nachrichtenlage noch etwas unübersichtlich ist oder sich noch nicht ausmachen lässt, wie bestimmte Bedingungen auf den Kurs auswirken, kann einfach Mal ein Tässchen Tee trinken die richtige Wahl sein. Bevor man überhastet Entscheidungen trifft, vielleicht lieber nochmal darüber nachdenken?!

Gefallene Aktien nachkaufen

Wenn man von dem Unternehmen überzeugt ist und den Kursknick als kurzfristiges Ereignis einstuft, kann auch das Nachkaufen eine Option sein. Dies reduziert den durchschnittlichen Kaufpreis.
Hier ist allerdings auch Vorsicht geboten. Eine alte Börsenweisheit „nicht in fallende Messer zu greifen“ sollte bei der Entscheidungsfindung auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Nachkauf per Sparplan

Wer sich überlegt Aktien nachzukaufen, der könnte dies zum Beispiel machen, in dem er einen Sparplan auf die entsprechende Aktie einrichtet. Das könnte sich beispielsweise anbieten, wenn keine großen Cash-Reserven zur Verfügung stehen, aber monatlich ein kleiner Betrag angelegt werden kann. Dies würde auch das Risiko ein wenig minimieren, da nicht direkt eine große Summe nachgeschossen wird.

Nachkauf per Einzelorder

Wer ausreichend Bares zur Verfügung hat, kann natürlich auch mit einer oder mehreren Einzelorders nachkaufen. Wer hier eine gute Chance auf kleine Preise bei einem soliden Unternehmen sieht, kann diese Variante wählen.

Gefallene Aktien verkaufen

Die dritte Möglichkeit ist es die entsprechenden Wertpapiere zu verkaufen. Das macht Sinn, wenn man Verluste begrenzen will oder auch den Glauben an das Papier bzw. das Unternehmen verloren hat. Dabei hat man wieder verschiedene Möglichkeiten aktiv zu werden.

Stop-Loss einsetzen?

Um gefallene Aktien ab einem bestimmten Wert automatisch zu verkaufen kann eine Stop-Loss Order die richtige Option sein.
Dabei wird schon im Vorfeld festgelegt, ab welchem Wert die Aktie verkauft werden soll. Es gilt aber zu beachten, dass der angegebene Wert nicht zwangsläufig auch der Verkaufspreis ist. Besonders bei einem schnellen, starken Kursrutsch kann es passieren, dass die Aktie teils deutlich günstiger verkauft wird. Ich empfehle deswegen sich hierüber direkt beim eigenen Broker bzw. der Bank zu informieren, wie die Stop-Loss gehandhabt wird. So wird man am Ende nicht böse überrascht.

Selbst tätig werden und verkaufen

Wer etwas mehr Kontrolle haben möchte, kann sich auch selbst auf dem Laufenden halten, Kurse verfolgen und die Nachrichten zum entsprechenden Unternehmen verfolgen.
Das kostet natürlich mehr Zeit, man kann allerdings auch besser auf Kursstürze reagieren. Gibt es vielleicht einen guten Grund, dass der Kurs abgerutscht ist? Beunruhigt mich dieser Grund oder sehe ich das Ganze gelassen? Warte ich noch einen Tag ab? Diese ganzen Fragen kann man sich noch stellen, wenn man selbst handelt.
Der Nachteil ist, dass der Kurs noch weiter sinkt, während man nicht die Möglichkeit hat zu reagieren. Zum Beispiel auf der Arbeit oder im Urlaub ohne Zugang zum Online Broker.

Beispielrechnung Aktien verbilligt nachkaufen

Für die, die sich unter „Nachkaufen“ noch nichts vorstellen können, habe ich hier eine kleine Tabelle mit einem Beispiel gebaut, die verdeutlichen soll, was einem das Nachkaufen bringen kann.
In diesem Beispiel gehen wir von einem Aktienkauf aus, der 2.000,00 Euro Wert hatte (1.000 Aktien á 2,00 Euro). Sinkt dieser Aktienkurs jetzt um 50% auf 1,00 Euro könnten wir bei einem Nachkauf mit einem Wert von 2.000 Euro 2.000 Aktien nachkaufen (2.000,00 Euro/1,00 Euro*2.000 Aktien).
Insgesamt hätten wir also 3.000 Aktien für 4.000,00 Euro gekauft. Der durchschnittliche Kaufpreis würde damit von 2,00 Euro auf 1,33 Euro sinken ((2.000,00 Euro+2.000,00 Euro)/3.000 Aktien=1,33 Euro). Wir hätten in diesem Fall also aus einem Verlust von 50% durch das Nachkaufen einen Verlust von nur noch ~33% gemacht.
Wir hätten aber auch unsere Investitionssumme verdoppelt und gehen damit natürlich auch ein höheres Risiko ein.

Gesunkene Aktien nachkaufen Beispielrechnung

Fazit

Eigentlich selbstverständlich, entscheide ich von Fall zu Fall. Ich habe keine universell einsetzbare Strategie, ab welchem Prozentsatz ich nachkaufe oder verkaufe. Der Einsatz von Stop-Loss-Orders ist bei mir mittlerweile, wenn überhaupt vorhanden, auf ein Minimum beschränkt und ich setze es nur zu sehr bestimmten Gelegenheiten ein. Wenn ich zum Beispiel im Urlaub bin und keinen Zugang zum Online Broker habe.

Dein reisparer

Kein Beratung! Dieser Text entspricht den Erfahrungen und Meinungen des Autors. Er soll keinesfalls eine Anlageberatung darstellen. Bitte lies die gesamte Transparenzerklärung unter folgendem Link durch. Transparenzerklärung