Kapital oder passives Einkommen - was ist besser

Passives Einkommen oder Kapital?

Wer sich mit der finanziellen Freiheit beschäftigt wird sich über kurz oder lang fragen, wie diese erreicht werden soll. Dafür gibt es meiner Meinung nach mehrere Lösungsansätze. Aber natürlich sind auch Kombinationen denkbar.
Ich möchte heute die Frage in den Raum werfen, was besser für die finanzielle Freiheit ist. Ein passives Einkommen oder Kapital. Beide Varianten haben ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Monatliche Ausgaben reduzieren

Bevor ich zu den Möglichkeiten komme, wie du deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst, wäre da auch noch der Gesichtspunkt, die monatlichen Ausgaben zu senken. Die Idee ist, dass man die monatlichen Ausgaben extrem reduziert, um so das Ziel schneller zu erreichen. Durch die geringeren monatlichen Ausgaben wäre es dann auch viel einfacher, die benötigte monatliche Summe zusammen zu bekommen. Diese wird ja, dadurch dass wir Ausgaben einsparen, geringer

Kapital

Schauen wir uns an, wie uns Kapital zur finanziellen Freiheit verhilft. Wer ein großes Vermögen zusammen gespart hat kann sich zum Beispiel der 4% Regel bedienen. Die Idee dabei ist im Jahr nicht mehr als 4% vom Vermögen zu entnehmen. Dabei sollte das Vermögen durch entsprechende Anlage nicht ausgehen bzw. im besten Fall sogar steigen. Soviel in der Kurzversion. Es ist nicht unumstritten, wie man mit dieser Methode Erfolg haben kann bzw. wird.
Nehmen wir an, sie funktioniert. Dann würde das Kapital, das für diese Methode benötigt wird, schon recht hoch ausfallen.
Um zum Beispiel 20.000 Euro jährlich zu entnehmen bräuchte man bereits 500.000 Euro Kapital. Das ist natürlich erstmal eine sehr hohe Summe, für eine relativ geringe Summe, die man dann zur Verfügung hat.
Mit 20.000 Euro (brutto) im Jahr ein Leben zu bestreiten ist vermutlich nicht wirklich leicht.

Es ist zu beachten, dass das Geld vielleicht nicht nur für eine Person reichen soll, sondern für eine ganze Familie. Eine Familie kann im Jahr leicht 50.000 – 60.000 Euro kosten (natürlich immer abhängig vom jeweiligen Lebensstil). Bei 50.000 Euro wäre schon eine Summe von 1.250.000 Euro auf dem Konto nötig, um nach der oben genannten Regel jährlich 4% entnehmen zu können. Bei dem Beispiel mit 60.000 Euro wäre man dann schon bei 1,5 Millionen Euro. Je nach Anlageform, kann es auch mal zu größeren Rücksetzern kommen, die dann gegebenenfalls das Kapital drastisch reduzieren könnten. Die 4% könnten in diesem Fall sehr viel geringer ausfallen, als ursprünglich geplant.
Man darf nicht vergessen, das Geld, das man entnehmen würde, wäre nicht netto, wie beim Gehalt oder Lohn. Es müssten unter Anderem auch noch die Krankenversicherung bezahlt werden. Auch Steuern können, je nach Situation, noch anfallen.

Einer meiner ersten Artikel beschäftigte sich genau mit diesem Thema. 10.000 Aktien und nie mehr arbeiten

Passives Einkommen

Der alternative Ansatz ist, sich ein passives Einkommen aufzubauen. Dieses passive Einkommen, soll einem dann den Lebensunterhalt sichern. Und wie der Name schon sagt, im besten Fall, komplett passiv. Warum das vermutlich nicht ganz klappen wird, werde ich später erläutern.
Man kann bei der Rendite, von der man bei der Entnahmeregel spricht, natürlich auch von passivem Einkommen ausgehen. Ich möchte hier aber trennen und die Zinsen, Dividenden und dergleichen nur als Teil des passiven Einkommens sehen.
Neben dieser Einnahmequelle gibt es noch viele weitere Möglichkeiten ein passives Einkommen aufzubauen. Viele Influencer, Digitale Nomaden etc. haben es bereits vorgemacht und durch Kreativität eigene Einkommenskanäle gefunden.
Der Vorteil beim passiven Einkommen ist, dass man nicht warten muss, bis man eine Summe X zusammen gespart hat. Hier braucht es „lediglich“ die Zeit, bis die Einkommensquelle soweit aufgebaut ist, dass die Einnahmen zum Leben reichen. Danach steht der finanziellen Freiheit nicht mehr viel im Weg.

Meiner Meinung nach sollte man hier seinen eigenen Weg suchen und sich nicht zu sehr von dem beeinflussen lassen was andere schon zur Genüge vorgemacht haben. Inspiration einholen durch den Erfolg anderer: Prima! Versuchen es 1:1 nachzumachen: Lieber nicht.

Wer sich hier nur auf eine Einkommensquelle verlässt, kann aber auch auf dem falschen Fuß erwischt werden. Bleiben zum Beispiel Tantiemen oder Erlöse aus Lizenzen plötzlich aus, und sind diese die einzige Einkommensquelle, die man sich aufgebaut hat? So kann es recht fix passieren, dass man, früher als einem lieb ist, wieder „aktiv“ arbeiten gehen muss, um die Rechnungen zu bezahlen.
Wie bei so vielen anderen Dingen auch, ist es hier ratsam nicht alles auf eine Karte zu setzen und sich Einkommensströme aus mehreren Quellen aufzubauen.

Beispiele für passive Einkommenquellen

– Lizenzerlöse
– Tantiemen
– Verkaufserlöse (zum Beispiel Dropshipping)
– Werbung
– Mieten
– Rente
– Dividenden

Wie bereits weiter oben angedeutet, lassen sich die wenigsten Einkommen komplett passiv umsetzen. Es ist meist ein gewisser Grad an Aktivität nötig. Auch wenn dieser vielleicht nur gering ausfällt. Ob es der Gang zum Steuerberater, das Schreiben von Rechnungen oder das Instruieren von Angestellten ist. Aber man kann es sich zumindest in vielen Fällen sparen, morgens um 5:00 aufstehen oder sich eine Hose anziehen zu MÜSSEN.

Passives Einkommen oder Kapital? Fazit!

Die Antwort auf die Frage „Passives Einkommen oder Kapital“ ist nicht einfach. Die vermutlich passivste Art finanziell unabhängig zu sein, dürfte wohl die Methode des Kapitals seins. Das ist allerdings (für mich) auch die Variante, die die längste Vorlaufzeit benötigen würde. Jahrzehnte um genau zu sein, zumindest für die Meisten. Selbst bis zur Rente und mit viel sparen, wäre dieses Ziel für mich schwer erreichbar.
Die Variante des passiven Einkommens, auch wenn dies immer noch mit etwas Arbeit verbunden ist, scheint für mich die bessere Variante zu sein. Und die Arbeit, die noch anfällt, muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Es ist ja schließlich frei gewählt. Und gegebenenfalls anfallende Termine lassen sich dank der vielen Zeit, die man sich frei einteilen kann, dann auch so legen, wie man sie gerne hätte. Ohne zum Beispiel Urlaub einzureichen oder Überstunden abzubummeln.

Dein reisparer

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