Rezession 2020 in Deutschland - Coronavirus als Auslöser

Rezession 2020 in Deutschland – Coronavirus als Auslöser

Im Januar habe ich noch gelesen, es wird mit einem Wachstum von 0,5% gerechnet. Nur 0,5%. Das ist schon eine sehr beunruhigend kleine Zahl, in Bezug auf das Wirtschaftswachstum.
Es hatte sich in letzter Zeit bereits angekündigt, dass die Zahlen nicht besonders berauschend werden. Aber was jetzt mit dem Coronavirus und dem daraus resultierenden Abkühlen der Wirtschaft passiert, ist schon besorgniserregend.
Heute (02.04.2020) hat unser Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, in einer Pressekonferenz relativ offen über eine bevorstehende Rezession 2020 in Deutschland gesprochen.

Seine Einschätzung:

„Wir gehen davon aus, dass in einzelnen Monaten im ersten Halbjahr das Wirtschaftswachstum, um mehr als 8% einbrechen kann.“

Außerdem sagte er noch:

„…dass bedeutet, meine sehr verehrten Damen und Herren, dass wir nach 10 guten Jahren des Wirtschaftswachstums, in diesem Jahr, erstmals wieder eine Rezession erleben werden!“

Die Rezession in Deutschland ist da

Damit ist die Frage dann vermutlich auch beantwortet, ob wir eine Rezession bekommen. Diese Aussage ist schon recht eindeutig.
Wir wissen, dass das Coronavirus der ausschlaggebende Punkt zum Auslösen dieser Rezession ist. Die interessantere Frage ist eigentlich: Wären wir auch ohne Corona in eine Rezession gerutscht?
Die anhaltend schlechten Nachrichten z.B. aus der Automobilindustrie könnten ein Indikator dafür sein, dass wir auf dem besten Weg dorthin waren.
Ich habe es bereits mehrfach erwähnt, ich bin kein Experte auf dem Gebiet. Die schlechte Entwicklung und die meiner Meinung nach auch nicht besonders rosigen Aussichten, sorgen aber zumindest bei mir für einiges Grübeln. Insbesondere auch für die Zeit (die möglichst schnell kommen möge) nach der “Corona-Krise”. Sobald der Virus unter Kontrolle ist, wie auch immer das aussehen mag. Wird sich die Wirtschaft wieder erholen? Peter Altmaier war heute relativ optimistisch gestimmt. Ich denke das kann er auch sein. Deutschland hat eine starke Wirtschaft und wird sich sicherlich wieder erholen. Die Fragen dabei sind, wie lange wird es dauern und wie viele Arbeitsplätze und Unternehmen gehen dabei verloren? Wer wird ohne Konjunkturpaket schnell auf die Beine kommen?
Die zur Zeit verteilten Rettungsgelder in all ihren Farben und Formen werden nur für kurze Zeit ausreichen. Wenn die Arbeitslosigkeit stark steigt, ist fraglich wie viele weitere Unternehmen dadurch mit nach unten gezogen werden.
Überspitzt gesagt: Wenn niemand Arbeit hat, hat auch niemand Geld um es auszugeben.

Was bedeutet die Rezession 2020 für uns?

Die Frage, die ich mir nun Stelle ist, wie reagiere ich im Falle einer Rezession in Bezug auf meine Investments?
Verkaufen? Aussitzen? Nachkaufen?
All diese Dinge stünden zur Debatte und hängen auch davon ab, wie hart ich selbst getroffen werde. Ist der Job sicher? Denn wenn nicht, fällt für mich die Möglichkeit des Nachkaufens (zumindest im wirklich merkbaren Bereich) eigentlich direkt weg. Wenn die Einkommensquelle versiegt, ist es nicht mein erstes Bestreben Cash in einen absinkenden Markt zu pumpen. Dann will die Miete bezahlt werden und Essen muss auf den Tisch.
Verkaufen macht für mich auch nicht wirklich Sinn. Die Kurse der Meisten meiner Investment haben bereits stark gelitten und jetzt zu verkaufen, kommt dem Anzünden des Geldes gleich. Je nach persönlicher Situation kann es aber natürlich dazu kommen, dass man verkaufen MUSS. Ob man will oder nicht. Wenn Rechnungen bezahlt werden müssen und das aus den regelmäßigen monatlichen Einnahmen nicht mehr möglich ist, bleibt hier keine andere Wahl… Auch wenn dies die letzte Option wäre, die ich wählen würde.
Einen Artikel, mit einem genaueren Blick auf das Thema, habe ich bereits hier veröffentlicht: Gefallene Aktien nachkaufen oder verkaufen?

Rezessionen gibt es immer wieder

Rezessionen treten immer Mal wieder auf. Aber egal, wie wir die Ereignisse, die kommen und bereits kamen, auch nennen wollen, die Märkte haben schon jetzt stark nachgegeben. In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Gewinnwarnung und dergleichen.
Die Frage, die sich daraus ergibt, und die ich mir immer wieder stelle, ist kaufen oder nicht?
Ich bin kein Finanzberater und ich kann immer nur für mich selbst sprechen.
Sollten wir uns auf eine Rezession zu bewegen sollte man die Risiken, die sich daraus ergeben, nicht aus den Augen verlieren.
Ich für meinen Teil würde nie auf den Notgroschen verzichten, um auch längere Durststrecken durchstehen zu können. Wer noch keinen Notgroschen besitzt, zur Zeit aber noch Arbeit und ein regelmäßiges Einkommen hat, sollte sich vielleicht überlegen einen Notgroschen aufzubauen, solange es noch die Möglichkeit dazu gibt. Sollte es wirklich hart auf hart kommen, freut man sich, wenn man noch ein paar Reserven hat.

Pass´ gut auf dich auf.

Dein reisparer