Alternativen zu ETF? So kannst du ohne ETF investieren!

Alternativen zu ETF? So kannst du ohne ETF investieren!

Auch wenn es einige Alternativen zu ETF gibt, sind diese doch die eierlegende Wollmilchsau unserer Zeit, was Finanzen angeht. Fristeten sie vor einigen Jahren noch ein Nischendasein, sind sie heute in aller Munde.
Viele Privatanleger haben diese Form des Investments für sich entdeckt. Und das ist kein Wunder. Die Kosten sind vergleichsweise gering, das Spektrum der Anlagemöglichkeiten ist riesig und der Zugang ist relativ einfach. Die Berichterstattung hat schon lange Finanzmagazine, aber auch die Boulevardpresse erreicht.

Was aber, wenn man nicht nur auf einen ETF Sparplan als Altersvorsorge oder finanzielles Polster setzen möchte?
Es gibt eine ganze Reihe an alternativen Investmentmöglichkeiten zu ETFs. Nicht jede dieser Varianten muss dabei für die Altersvorsorge geeignet sein, aber ein Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten lohnt sich allemal.

Inhaltsverzeichnis:

Gibt es überhaupt Alternativen zu ETF?

Bevor ich hier aber über mögliche Alternativen zu ETF schreibe, muss man sich erstmal die Frage stellen: Gibt es überhaupt Alternativen zu ETF?
Meiner Meinung nach, Ja. ETF sind kein Allheilmittel. Sie sind ein gutes Produkt um diversifiziert in viele verschiedene Unternehmen und Bereiche der Weltwirtschaft zu investieren. Und damit am langwierigen Wachstum der Wirtschaft zu partizipieren.
Wer aber sehr zielgerichtet in bestimmte Unternehmen investieren möchte, stößt damit bei ETF auf Grenzen.
Der Vorteil der ETF, die Diversifikation, möchte ich persönlich auch bei meiner Gesamtstrategie haben. Und so würde ich für mich persönlich nicht auf eine rein ETF basierte Anlagestrategie setzen. Ich weiß, viele sehen das anders. Aber ich behalte gerne noch über bestimmte Teile die Kontrolle und investiere das Geld teilweise lieber aktiv in bestimmte Unternehmen.

Aktien

Wer keine Lust hat einen ETF zu suchen, der ein bestimmtes Unternehmen zu bestimmten Anteilen abbildet, kann es sich auch einfach machen und auf die gute alte Aktie zurückgreifen. Hierbei liegt der Vorteil darin, dass man sehr gezielt investieren kann und nicht in Unternehmen investieren muss, die man eventuell gar nicht haben möchte. Bei einem ETF lässt sich so etwas aber nicht immer vermeiden, denn ein ETF bildet immer einen Index ab. Also mehr als nur ein einzelnes Unternehmen. Das ist an sich der große Vorteil vom ETF, in unserem Beispiel ist dies aber nicht gewollt.
Das Risiko kann natürlich höher ausfallen, wenn man sein ganzes Geld nur auf ein Pferd setzt. Wer sein Investment auf ein Unternehmen konzentriert, geht das Risiko ein, alleine durch ein Unternehmen einen Totalverlust zu erleiden.
Viele Aktien lassen sich heute auch per Sparplan besparen. So muss man nicht einmalig eine große Summe aufwenden, sondern kann monatlich kleinere Teile eines bestimmten Unternehmens erwerben.

P2P Kredite/Crowdlending

Die Fernsehwerbungen für diese Produkte kennt wahrscheinlich jeder. Einer braucht Geld und bekommt es von Vielen. Hierbei kann man einer der vielen Verleiher sein. Im Gegensatz zu Aktien sind P2P Kredite und Crowdlending eine noch sehr neue Form der Investition. Hierbei verleiht man sein Geld an Privatpersonen und Unternehmen. Eine Plattform dient als Vermittler. Dabei kann man den Grad an Risiko, den man eingehen möchte, meist selbst festlegen. Es gibt bereits haufenweise Berichte über diese Anlageform. Wer sich dafür interessiert kann sich Mal bei den entsprechenden Anbietern umsehen.

Immobilien

Man kann, statt in Unternehmen zu investieren, sein Geld auch in seine eigene Immobilie stecken. Wer ein wenig Startkapital hat kann auch hier loslegen. Die Bandbreite reicht hier von Wohnimmobilien über Gewerbeimmobilien bis hin zu Garagen und Parkplätzen. Das Ganze ist allerdings mit einiger Arbeit und natürlich auch Risiko verbunden.
Hast du keine Lust selbst als Vermieter zu agieren, oder fehlt dir schlicht das Kapital, eine Immobilie für diese Zwecke zu erwerben? Dann kannst du dich auch an Immobilienprojekten beteiligen. Das geht zum Beispiel über die nachfolgend genannten REITs.

REITs als Alternativen zu ETF

Der Begriff REIT hat natürlich nichts mit reiten zu tun. :) Es handelt sich dabei um Real-Estate-Investment-Trusts. Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich eigentlich auch nur ein Immobilieninvestment.
Bei REITs kann man an tausenden Immobilien teilhaben. Dabei werden in regelmäßigen Intervallen Dividenden ausgezahlt. Quasi wie eine monatliche Miete. Nur mit dem Unterschied, dass man nicht selber der Vermieter ist. Und damit hat man natürlich auch weniger Arbeit mit den Immobilien. Und auch der mögliche Stress mit den Mietern fällt hier weg.

Gold ETF? ETC!

Was zumindest vom Namen her einem ETF schonmal nahe kommt ist der ETC.
Bei ETFs kann man auf einen Index setzen. Wer aber zum Beispiel monatlich in Gold investieren möchte, muss dabei auf einen ETC (Exchange-Traded-Commodity) zurückgreifen. Zumindest ist das in Deutschland der Fall. Hier gibt es keine zugelassenen ETF auf Gold. Bei ETCs handelt es sich um Zertifikate. Es gibt hierbei eine physische Besicherung. Bei einem ETC auf Gold könnte dies also das physische Gold sein.

Aktiv gemanagte Fonds, die Alternative zu ETF?

Ja, auch die guten alten aktiv gemanagten Fonds gibt es noch. Diese sind in den meisten Fällen aber teurer, als die Anlage in ETFs. Ausgabeaufschläge von 5% sind keine Seltenheit. Dadurch, dass die Fonds aktiv gemanaged sind und die Manager versuchen den Markt zu schlagen, kann man hier auch entsprechend starke Renditen einfahren. Die Betonung liegt dabei aber eindeutig auf KANN. Denn viele der Fonds schneiden (zumindest auf Dauer) schlechter als ETFs ab. Aber auch dabei kann sich ein genauer Blick lohnen. Ich zum Beispiel zahle seit vielen Jahren meine Vermögenswirksamen Leistungen in einen aktiv betreuten Fonds und bin überaus zufrieden damit.

ETF oder Riester?

Eine Alternative zu ETFs kann zum Beispiel auch die Riester Rente sein. Zumindest für Einige. Ich persönlich bin kein Freund der Riester Rente und sie kann meiner Meinung nach nur als weiterer Baustein der privaten Altersvorsorge dienen. Als einzige Absicherung für das Alter würde ich sie für mich nicht sehen und kann mit den anderen Alternativen zu ETF nicht mithalten. Ich habe lieber direkten Einfluss auf meine Geldanlage und die Möglichkeit ohne großen Papierkram und Verträge ein- und auszusteigen.

Lebensversicherung eine ETF Alternative?

Was Lebensversicherungen angeht habe ich die gleiche Meinung, wie bei der Riester Rente. Als weiterer Baustein der Altersabsicherung nicht unbedingt schlecht, als Alternative zu ETF würde ich es nie in Betracht ziehen. Man muss dabei auch zwischen verschiedenen Lebensversicherungen unterscheiden. Hier wäre zum Einen die Risikolebensversicherung, die als Absicherung der Familie im Todesfall dienen kann. Und zum Anderen die Kapital Lebensversicherung, die die Meisten vermutlich als Lebensversicherung kennen. Die Risikolebensversicherung hat meiner Meinung nach dabei noch eher eine Daseinsberechtigung. Bei der Kapitallebensversicherung bin ich davon in der heutigen Zeit nicht mehr überzeugt.

ETF oder Schulden tilgen?

Zunächst sei angemerkt, man sollte natürlich immer seine Schulden tilgen. Die Frage ist nur, was man mit eventuell überschüssigem Geld macht. Hierbei muss man natürlich die Rendite betrachten. Kostet mich mein Kredit 10% Zinsen und ich habe eine Rendite von 12% mit einem ETF? Dann scheint es auf den ersten Blick das Logischste zu sein, sein Geld in einen ETF zu stecken. So vermehrt es sich schließlich. Ein Problem, das sich ergibt, ist, dass man die Rendite von einem ETF nicht genau vorhersagen kann. So kann es im schlimmsten Fall passieren, dass der schöne Plan über Jahre hinweg nicht aufgeht. Bei extremem Pech, nie. Man sollte auch nicht außer acht lassen, dass man ohne Schulden ein entspannteres Leben führen kann.
Wie man die Schulden in vier Schritten schneller loswerden kann, habe ich in meinem letzten Beitrag erklärt.

Lieber sparen oder ETF?

Hier stellt sich die Frage, wie gespart werden soll. Handelt es sich um ein mit Negativzinsen belegtes Tagesgeldkonto? Dann ist es vermutlich nicht die schlauste Idee größere Summen dort bereit zu halten. Anders verhält es sich bei einem Notgroschen. Dieser sollte natürlich schnell zur Verfügung stehen, wenn er gebraucht wird. Ob das im Beispiel genannte Tagesgeldkonto dabei die beste Idee ist, ist natürlich fraglich. Es gibt immer noch kostenlose Möglichkeit Geld flexibel beiseite zu legen.
Wie hoch ein Notgroschen ausfallen sollte und wofür man diesen braucht, kannst du im Artikel Notgroschen und finanzielle Rücklagen herausfinden.

Sparbuch als Alternative zum ETF

Das gute alte Sparbuch oder alternativ ein Tagesgeldkonto ist meiner Meinung nach keine Alternative zu ETF oder anderen Anlageformen. Sie haben ihre Daseinsberechtigung, um den Notgroschen zu parken oder für kurzfristige Anschaffungen zu sparen. Zum Beispiel der Sommerurlaub oder auch ein neuer Fernseher. Aber aufgrund der kaum bis gar nicht vorhandenen Zinsen, die bei diesen Produkten noch gezahlt werden, lohnt es sich einfach nicht, größere Beträge hier zu parken. Die Inflation vernichtet bei diesen Konten Tag für Tag Teile des hart zusammen gesparten Geldes.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Investitionsmöglichkeiten, wie auch immer sie aussehen, mit Risiken behaftet sind. Mal mehr, Mal weniger. Meiner Meinung nach macht es Sinn auch in alternative Anlageformen zu investieren und nicht alles auf ETF zu setzen. Ich zum Beispiel möchte gerne die Möglichkeit haben gezielter in bestimmte Unternehmen zu investieren, als es mir mit ETF möglich wäre.

Dein reisparer