Kurzarbeit überall in Deutschland

Kurzarbeit überall in Deutschland

Die Kurzarbeit ist überall in Deutschland ein großes und wichtiges Thema. Bei den meisten Finanzbloggern geht es zur Zeit vermutlich darum, jetzt den passenden Moment des Einstiegs zu finden. Auch die besten Investmentchancen zu erkennen und das Depot mächtig aufzustocken sind natürlich zur Zeit interessante Themen. Ich möchte heute aber über die wirtschaftlich unschöne Seite schreiben. Die jeden Einzelnen betreffen kann.
Wenn du regelmäßig meine Blogbeiträge verfolgst, wirst du es schon mitbekommen haben.
In meinen Beiträgen geht es nicht nur um Geldanlage, sondern um alle Themen, die besonders auch die persönlichen Finanzen betreffen. Ein großer Teil davon ist für die meisten Menschen wohl das Einkommen aus regelmäßiger Arbeit. Viele Betriebe sind zur Zeit von Kurzarbeit betroffen. Auch in meinem direkten Umfeld wird es wohl Veränderungen geben oder mich vielleicht sogar selbst betreffen. Kurzarbeit ist nicht wirklich ein erstrebenswerter Zustand. Aber in Anbetracht der Alternativen ist es wohl das Beste, was einem Arbeitnehmer passieren kann. Auch für Arbeitgeber ist es eine gute Alternative zu Kündigungen.

Ich werde versuchen das Thema Kurzarbeitergeld möglichst einfach zu erklären.
Ich betone es gerne und oft, ich bin kein Experte. Auch nicht auf diesem Gebiet. Die Informationen, die ich hier teile, stellen die Informationen dar, die mir zur Verfügung standen. Diese bilden meinen derzeitigen Wissensstand ab. Wer weitergehende Fragen hat, weil er/sie vielleicht betroffen ist, wendet sich am Besten an die Personalabteilung seines Betriebs oder sieht sich die Internetseite der Arbeitsagentur an.
Dort sind viele weitere Informationen zu finden.

2020 – Das Jahr in dem die Kurzarbeit zum Thema wird

Wir schreiben das Jahr 2020. Das Jahr war bislang wirklich ereignisreich.
Viele der Ereignisse sind vielleicht schon etwas in Vergessenheit geraten.
So zum Beispiel die verheerenden Brände in Australien oder die Konflikte zwischen der USA und dem Iran. Da man davon nicht mehr viel hört ist entweder das Interesse einfach weg oder die Ereignisse haben sich in Wohlbefinden aufgelöst.
Das Jahr wird aber leider nicht ruhiger. Durch die aktuelle Pandemie, unter der die ganze Welt leidet, rasen wir ungebremst auf eine Rezession zu. Viele Betriebe sind zur Zeit von (meist vorübergehenden) Schließungen betroffen. Ein Mittel, das es schon eine ganze Weile gibt, jetzt aber stark vereinfacht und in die Öffentlichkeit gerückt wurde, ist das Kurzarbeitergeld, kurz KUG.

Was ist eigentlich Kurzarbeit?

Kurzarbeit ist ein Mittel um Entlassungen in einem Betrieb vermeiden zu können. Dies tritt dann ein, wenn absehbar ist, dass es sich nur um ein vorübergehendes Problem handelt. In dem aktuellen Fall sind viele Betriebe akut betroffen, da sie Ausfälle durch das Coronavirus (auch Covid-19 genannt) haben. In den meisten Fällen sind die Betriebe wohl durch die behördliche Anordnung betroffen, dass sie schließen zu müssen.
So betrifft es zum Beispiel viele Einzelhändler und Veranstalter, aber auch Restaurants, Friseure und viele weitere
Kurzarbeit bedeutet, dass in einem Betrieb zum Beispiel nur noch 50% der Arbeiten anfallen. Die Arbeitnehmer werden auf 50% der Arbeitsstunden heruntergestuft. Um den Verdienstausfall der Arbeitnehmer abzumildern wird Kurzarbeitergeld (KUG genannt) gezahlt.
Das KUG liegt für kinderlose bei ca. 60% des Nettogehalts. Wenn Arbeitnehmer ein Kind laut Einkommensteuergesetz haben bei ca. 67%.
Ich sehe das Kurzarbeitergeld wie ein Arbeitslosengeld ohne echte Arbeitslosigkeit. Dabei ist die „Arbeitslosigkeit“ zeitlich befristet. Die Arbeitsstunden können stark (bis auf 0), reduziert werden. Wenn man zum Beispiel noch 20 Stunden die Woche arbeitet, statt 40 Stunden, ist man im Prinzip zu 50% „arbeitslos“.

Wer zahlt das Kurzarbeitergeld? Woher bekomme ich mein Geld?

Das Gehalt (wie hoch es auch ausfällt) wird weiterhin vom Betrieb bezahlt. Man muss selbst nicht zur Arbeitsagentur gehen bzw. einen Antrag ausfüllen.
Das macht der Betrieb, in dem man angestellt ist. Es kann jedoch sein, dass eine Regelung zwischen dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber getroffen wird, die man unterschreiben muss. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung nichts dahingehend geregelt ist.

Vorteile der Kurzarbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Vorteile des Kurzarbeitergeldes liegen ganz klar darin, dass ein Betrieb seine Angestellten nicht direkt entlassen muss, wenn es zu einem vorübergehenden Problem mit Arbeitsausfall kommt.
Das können wegfallende Aufträge sein oder behördlich angeordnete Maßnahmen. Zur Zeit sind das zum Beispiel vor allem die Betriebe, (mittlerweile fast alle) die von Covid-19 beeinträchtigt werden.

Wie wird das Gehalt bei der Kurzarbeit berechnet?

Arbeitet man noch 20 statt 40 Stunden pro Woche so erhält man zunächst Gehalt für diese 50% der Arbeit die man ja noch leistet. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem Betrag den man normalerweise bekommt (der übliche Nettolohn) wird dann zur Berechnung verwendet.
60% dieser Differenz würde man dann zusätzlich zum Arbeitsentgelt bekommen (wenn man keine Kinder hat).
Nehmen wir an die Differenz zwischen dem neuen Gehalt und dem regulären Gehalt beträgt 700 Euro. So würde man 420 Euro bekommen.

Kurzarbeit auf 0 Stunden

Bei 0 Arbeitsstunden würde man 60% bzw. 67% des normalen Nettogehalts bekommen.
Einige Arbeitgeber stocken dies aber zusätzlich auf, um die Belastung für die Arbeitnehmer zu reduzieren.

Mein Arbeitgeber meldet Kurzarbeit an! Was ist zu tun?

Als Arbeitnehmer muss man zunächst nichts tun. Die Kurzarbeit regelt der Betrieb mit der Arbeitsagentur. Das Gehalt/Lohn bzw. das Kurzarbeitergeld wird vom Betrieb normal überwiesen, wie es sonst auch der Fall ist (nur reduziert). Es kann notwendig sein, dass man eine Vereinbarung mit dem Betrieb unterschreiben muss, die die Kurzarbeit regelt.
Wichtig ist, dass man immer erreichbar ist. So kann der Arbeitgeber, sobald der Arbeitsanfall wieder steigt, den Arbeitnehmer erreichen. In dem Fall kann die Arbeit dann wieder ganz oder teilweise aufgenommen werden. Auch für die Arbeitsagentur muss man erreichbar sein, da man theoretisch auch in andere Betriebe vermittelt werden könnte.

Notgroschen in Zeiten der Krise

Durch die zur Zeit sichtbar werdenden Veränderungen erkennt man meiner Meinung nach wieder die Wichtigkeit eines privaten Notgroschen und wie wichtig Sparsamkeit in Zeiten der Not ist. Wer sparsam war und ein kleines Polster hat, kann sich vielleicht etwas mehr entspannen. Wer jetzt noch keinen Notgroschen hat, sollte spätestens wenn sich die Lage beruhigt hat und alles seinen gewohnten Gang geht, damit beginnen sich ein Polster aufzubauen.

Nebenverdienst neben der Kurzarbeit

Kleiner Tipp am Rande: Zur Zeit werden massiv Aushilfen in den Supermärkten, Lieferservices und teilweise auch in der Landwirtschaft gesucht. Hier kann man die Zeit vielleicht etwas besser überbrücken. Das hilft gegen die Langeweile, es schont das Telekommunikationsnetz für die Menschen die Homeoffice machen und es kann etwas Geld dazu verdient werden. Außerdem kann man so noch die Betriebe unterstützen, die durch die aktuelle Krise kein oder zu wenig Personal haben.

Pass auf dich auf

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Beitrag einen kleinen Überblick über das Kurzarbeitergeld geben. Und vielleicht konnte ich schon einige der häufigsten Fragen klären und beantworten.
Die Zeit ist für viele nicht einfach und es kann natürlich zu finanziellen Engpässen kommen. Ich drücke die Daumen, dass du finanziell und (viel wichtiger) auch gesundheitlich unbeschadet durch diese Zeit kommst. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen und Monaten wieder etwas Normalität einkehrt und wir uns alle wieder unserem Vermögensaufbau und der Arbeit an der finanziellen Freiheit widmen können.

Bleib gesund!

Dein reisparer