Nettolohnoptimierung

Nettolohnoptimierung ist zur Zeit ein großes Thema. Eine große finanzielle Belastung sind im Alltag, fast jedes Arbeitnehmers, die Lohnsteuer und die Beiträge zur Sozialversicherung.
In diesen Bereichen lässt sich, ganz legal, eine Menge Geld sparen. Das eigene Nettogehalt zu optimieren und am Tag der Gehaltszahlung einfach ein paar Euro mehr in der Tasche zu haben. Dafür gibt es verschiedene Wege. Von persönlichen steuerlichen Veränderungen bis hin zu Goodies, die man vom Arbeitgeber bekommt.

Hierbei ist zu beachten, dass ich keine Steuerberatung anbieten kann und will. Wie sich die einzelnen Punkte auf deine persönliche steuerliche Situation auswirken, klärst du am Besten mit deinem Steuerberater. Ich zeige hier lediglich Möglichkeiten auf. Genaue Freibeträge, Grenzen und gesetzliche Vorschriften solltest du immer mit einer fachkundigen Person besprechen.

Wenn du nur an den Änderungen für das Jahr 2020 interessiert bist, kannst du dir die Zusammenfassung unter Nettolohnoptimierung 2020 – Das ändert sich dieses Jahr ansehen.

Inhaltsverzeichnis:

Was bedeutet Nettolohnoptimierung?

Nettolohnoptimierung bedeutet mehr Netto von seinem Bruttolohn bzw. Gehalt zu behalten. Es gibt dafür einige interessante Wege, die Vielen vielleicht gar nicht bekannt sind.
Sowohl Arbeitgebern, als auch Arbeitnehmern werden einige Mittel zur Verfügung gestellt. Dem Arbeitgeber ergeben sich so Möglichkeiten seine Mitarbeiter zu motivieren und zu belohnen. Das Ziel ist es, dass der Arbeitnehmer am Monatsende mehr Netto auf seinem Konto vorfindet. Auch geldwerte Vorteile sind gut um den Nettolohn zu optimieren. Diese können Kosten einsparen und sich so positiv auswirken. Über diesen Weg soll dann am Ende mehr Geld in der Tasche bleiben. Und nicht nur der Arbeitnehmer spart dabei, sondern ebenso der Arbeitgeber.

Vorteile der Nettolohnoptimierung

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Der Mitarbeiter hat am Ende des Monats mehr Nettolohn auf dem Konto und auch der Arbeitgeber kann erheblich bei den Lohnnebenkosten sparen. Das Arbeitsentgelt wird besser genutzt. Denn: Verdient ist das Geld schon! Jetzt wollen wir es auch gerne behalten und für uns nutzen. Und wenn der Chef richtig cool ist, zahlt er dir vielleicht die eingesparten Lohnnebenkosten auf dein Gehalt oben drauf.
Welcher Arbeitgeber spart nicht gerne?
Ein zufriedener Arbeitnehmer sollte im Interesse jedes Chefs sein. Ein glücklicher Arbeitnehmer wird mit Sicherheit nicht unproduktiver sein, als ein unglücklicher. Ich kann mir sogar vorstellen, dass die Krankheitstage durch eine höhere Zufriedenheit bei den Arbeitnehmern sinken und die Cash Flowität steigt. Das sind natürlich nur Vermutungen, aber sicherlich Mal einen Gedanken wert.

Schneller in die finanzielle Freiheit

Wer schneller finanziell frei sein will, kann in diesem Beitrag einige Tipps und Ideen finden, das monatliche Nettogehalt aufzubessern. Jeder Euro, der zusätzlich auf dem Konto landet, kann schließlich für die finanzielle Freiheit gespart werden.
Ich selbst bin nicht der größte Fan von privaten Rentenversicherungen und Konzepten, wie der Riesterrente und anderen Finanzdienstleistungen mit AGBs, für die man einen Anwalt braucht. Ich bin Kapitalist und möchte mein Geld gerne selbst verwalten. Selbst entscheiden, wie und wo es für mich arbeitet. Aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden.

Nettolohnoptimierung und die Nachteile für Arbeitnehmer

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Nettolohnoptimierung bietet viele Möglichkeiten Mitarbeiter zu belohnen und zu motivieren. Wer freut sich nicht über einen 44 Euro Gutschein? Die Nachteile, die für Arbeitnehmer entstehen können, sind im Groben die der geringeren Einzahlung in die Sozialversicherung. Im Speziellen sind das die Beiträge zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung.
Bei der Rentenversicherung ist die Auswirkung eigentlich ganz logisch. Durch die geringeren Sozialabgaben sinkt natürlich auch der Anspruch auf Rente bei der Rentenversicherung.
Wie hoch diese Einbuße im Einzelnen ist, ist bei der Rentenversicherung für mich schwer auszurechnen. Aber man kann sicherlich Mal bei der Deutschen Rentenversicherung nachfragen.

Bausteine der Nettolohnoptimierung

Die Meisten der hier beschriebenen Möglichkeiten sind natürlich “Goodies”, über die sich viele Arbeitnehmer freuen würden. Das sind in der Regel keine riesigen Summen, aber beim Sparen helfen sie auf jeden Fall. Die Nettolohnoptimierung kann viele verschiedene Bereiche betreffen. So kann der Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung unterstützen, einen Firmenwagen stellen oder zum Beispiel Gutscheine ausstellen.

Wie funktioniert das Ganze?

Anhand von Beispielen lassen sich Sachverhalte immer noch am einfachsten veranschaulichen: Dem Arbeitnehmer wird eine Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt. Nehmen wir mal an das sind 100 Euro Brutto. Bekommt der Arbeitnehmer diese 100 Euro jetzt monatlich einfach brutto auf sein Gehalt obendrauf, geht ein großer Anteil dieser Gehaltserhöhung direkt als Abgaben in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen verloren. „Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand Anderes“ :)
Alternativ zu den 100 Euro wäre hier vielleicht auch eine Bruttogehaltserhöhung von 56 Euro + 44 Euro Kinogutschein (oder ein anderer Gutschein, der die Anforderungen erfüllt) monatlich denkbar. Der 44 Euro Gutschein in diesem Beispiel könnte steuerfrei sein (je nach persönlicher steuerlicher Situation und bereits gewährten Benefits).
So müssten nur auf die 56 Euro Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden.
Da es nicht für Jeden Sinn macht monatlich einen 44 Euro Kinogutschein zu bekommen, gibt es auch noch viele weitere Möglichkeiten für Gutscheine.

Nettolohnoptimierung Rechenbeispiel

Nehmen wir an, ein Arbeitnehmer verdient 2000 Euro monatlich und kann eine Gehaltserhöhung von 100 Euro für sich herausholen. Der Arbeitnehmer (30 Jahre alt, ledig, keine Kinder, zahlt keine Kirchensteuer und ist mit dem Standardbeitragssatz bei den Krankenkassen versichert) bekommt ca. 1.416,99 Euro netto heraus (damit hat er also 583,01 Euro Abgaben im Monat).
Bei einer Gehaltserhöhung von 100 Euro, blieben dem Arbeitnehmer 1.474,01 Euro übrig. Das wären Abgaben in Höhe von 625,99 Euro.
Von den 100 Euro blieben in diesem Beispiel also nur 57,02 Euro übrig. Mehr als enttäuschend.
Nehmen wir jetzt einen 40 Euro Gutschein mit in unser Beispiel auf (Warum 40 Euro erkläre ich weiter unten). Dabei würde der Arbeitnehmer dann den besagten 40 Euro Gutschein erhalten, plus 60 Euro Bruttogehaltserhöhung.
Dabei blieben dem Arbeitnehmer nach Abzügen 1.451,25 Euro Nettogehalt plus der 40 Euro Gutschein.
Das wären dann 1491,25 Euro und damit 17,24 Euro mehr als im Vergleich mit der vollen Gehaltserhöhung. Besonders bei geringen Einkommen können sich diese 17,24 Euro wirklich bemerkbar machen.

Nettolohnoptimierung Rechenbeispiel

Nettolohnoptimierung Rechenbeispiel

Anbieter für Gehaltsoptimierung

Für Nettolohnoptimierung wird im klassischen Sinne kein Anbieter benötigt, da es sich in den meisten Fällen einfach um Absprachen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer handelt. Diese schriftlich festzuhalten, ist auf jeden Fall für beide Seiten sinnvoll.
Es gibt aber auf diesem Gebiet, wie auf vielen anderen Gebieten, mittlerweile auch Anbieter, die die Verwaltung übernehmen. Zum Beispiel kümmern sich diese um die Aufladung und den Versand von Gutscheinkarten. Auch die Abrechnung von Tankgutscheinen ist ein oft angebotener Service. Häufig stehen sie auch bei der Beantwortung von steuerlichen Fragen in diesem Zusammenhang hilfreich zur Seite.
Dabei sind diese Services nicht nur für große Kunden ausgelegt. Es kann sich auch schon als kleiner Betrieb lohnen einen Dienstleister ins Boot zu holen. So kann man sich jede Menge Zeit und Arbeit mit diesem Thema sparen.

Warum nur 40 Euro Gutschein, bei 44 Euro Freigrenze?

In dem Rechenbeispiel weiter oben habe ich bereits erwähnt, dass man, obwohl die Freigrenze bei 44 Euro liegt, nur einen 40 Euro Gutschein ausgeben sollte. Das liegt daran, dass es sich um eine Freigrenze handelt. Das heißt, wenn diese um nur einen Cent überschritten wird, wird der gesamte Betrag plötzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig. Nehmen wir zum Beispiel an, du lädst den Akku deines Handys in der Firma. Dann hast du damit einen geldwerten Vorteil. Dieser zählt zu der Freigrenze dazu und schon bist du über die 44 Euro gekommen, wenn dein Gutschein über 44 Euro ausgestellt wurde. Das Gleiche gilt, wenn du zum Beispiel das Firmen WLan verwendest.
Aus diesem Grund ist man mit einem Gutschein über 40 Euro auf der sicher(er)en Seite. Und die 4 Euro Unterschied machen dich ja auch nicht ärmer oder reicher.

Warum sollte mein Chef das machen?

Für den Arbeitgeber kann sich der Vorteil ergeben, dass die Sachleistungen, die dem Arbeitnehmer gewährt werden, lohnnebenkostenfrei sind. Der Chef spart also Geld im Vergleich zu einer direkten Gehaltserhöhung. Außerdem kann man Mitarbeiter so belohnen und motivieren. Wer freut sich nicht über ein kleines Extra hier und da, das man vom Chef bekommt.

Individuelle Nettolohnoptimierung

Du kannst deinen Nettolohn auch optimieren, ohne dass dein Chef dafür etwas tun muss. Ob diese Punkte auf dich zutreffen bzw. etwas für dich sind musst du natürlich wieder selber entscheiden.

Steuern sparen durch Heiraten

Wer heiratet kann in Deutschland Steuern sparen, so viel ist ja eigentlich fast jedem bekannt. Dazu werden die Steuerklassen der Ehepartner nach der Heirat angepasst. Hier gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. Es können zum Beispiel beide Eheleute die Steuerklasse 4 haben, teilweise wird auch ein Faktor angewandt. Eine andere Möglichkeit ist es, wenn einer (meist der besser verdienende Ehepartner) die Steuerklasse 3 nimmt und der andere (mit dem geringeren Einkommen) die Steuerklasse 5. In diesem Fall würde der Besserverdiener steuerlich begünstigt werden.
Beim Thema heiraten um Steuern zu sparen lohnt sich genaues rechnen.
Zu diesem Thema gibt es eine Vielzahl von Rechnern im Internet und auch der Steuerberater kann hier hilfreich zur Seite stehen.
Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn zu heiraten um Steuern zu sparen… Aber auch so etwas soll es ja geben.

Individuelle Nettolohnoptimierung durch Kirchenaustritt

Auch der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft kann monatlich Steuern einsparen. Berechnen kann man die Auswirkungen ganz leicht mit online verfügbaren Gehaltsrechnern. Einfach den Haken bei „kirchensteuerpflichtig“ entfernen und nachsehen, was man monatlich einsparen kann.
Natürlich will nicht jeder die Religionsgemeinschaft verlassen um monatlich ein paar Euro zu sparen. Wer aber aus Gründen Mitglied ist, die er selbst nicht (mehr) so genau weiß, kann ja mal darüber nachdenken und nachrechnen. Es ist ja auch nicht so, dass man nicht an das Glauben kann, woran man glaubt, nur weil man keine Kirchensteuer zahlt.

Wie funktioniert der Kirchenaustritt?

Der Kirchenaustritt wird für gewöhnlich im Standesamt durchgeführt. In dem damals für mich zuständigen Standesamt musste ich persönlich erscheinen und einen Personalausweis vorzeigen. Die Kosten beliefen sich auf ca. 20 Euro und das Ganze hat keine zehn Minuten gedauert. Wenn man verheiratet ist muss zusätzlich noch eine Heiratsurkunde vorgelegt werden.
Der Aufwand hält sich also in Grenzen.

Kirchenaustritt Kosten

Der Kirchenaustritt ist in Deutschland mit Kosten verbunden. Diese richten sich nach Religionsgemeinschaft und Wohnort, an dem man gemeldet ist. Die Kosten sind, meiner Meinung nach, sehr gering im Vergleich zum Einsparpotenzial. Das örtliche Einwohnermeldeamt kann einem für gewöhnlich zu den Kosten beratend zur Seite stehen.

Lohnt sich der Kirchenaustritt?

Ob sich ein Kirchenaustritt lohnt muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich werde hier weder Werbung in die eine noch in die andere Richtung machen.
Fakt ist, man kann Steuern sparen. Die Höhe der Einsparung hängt maßgeblich vom Gehalt/Lohn ab. Wie bereits oben beschrieben kannst du dazu einfach einen der verfügbaren Rechner verwenden und nachschauen, was du einsparen würdest. Auch ein Blick auf die Gehaltsabrechnung kann hierbei helfen.
In der Aufschlüsselung gibt es einen Punkt “Kirchensteuer” oder auch “KSt” unter dem die Summe aufgeführt ist, die einbehalten wird.
Die Steuer wird auch auf Kapitalerträge erhoben. Das kann sich bei größeren Depots schon bemerkbar machen.
Der Austritt aus der Religionsgemeinschaft ist aber auch mit Nachteilen behaftet.

Kirchenaustritt Nachteile

Gründe gegen den Kirchenaustritt gibt es natürlich auch. Mit dem Austritt aus der Glaubensgemeinschaft gehen einige Nachteile einher. Diese können je nach Konfession ganz unterschiedlich sein.
Neben “spirituellen” Nachteilen gibt es auch ganz irdische Gründe, sich dagegen zu entscheiden. Zum Beispiel kann es einem verwehrt werden auf einem bestimmten Friedhof beigesetzt zu werden. Auch eine kirchliche Hochzeit ist in der Regel ohne Mitgliedschaft in der Kirche nicht mehr möglich. Es gibt somit keine Möglichkeit für eine klassische weiße Hochzeit nach Kirchenaustritt. Diese klassische Hochzeit, wie sie bekannt ist, ist Vielen jedoch sehr wichtig, wenn sie heiraten. Darüber sollte man sich vorher im Klaren sein.
Neben der Beerdigung auf einem bestimmten Friedhof könnten auch die Trauerfeier und andere “Dienstleistungen” der Kirche nicht mehr oder nur noch teilweise möglich sein.

Gründe für den Kirchenaustritt

Der Grund, mit dem ich mich am Meisten beschäftigt habe, war ganz schlicht und ergreifend Steuern zu sparen. So spare ich nicht nur jeden Monat die Kirchensteuer auf mein normales Gehalt als Angestellter. Ich spare auch als Investor. Auf Gewinne, die ich mit Wertpapieren mache, müsste ich bzw. die Bank auch die Kirchensteuer abführen. Diese Abgabe spare ich jetzt.
Wenn ich meine Glaubensgemeinschaft unterstützen möchte kann ich ja immer noch einen selbstgewählten! Betrag spenden.

Individuelle Nettolohnoptimierung – Kinder

Eines vorweg:
Zeugt bitte keine Kinder um Steuern zu sparen!
Wer aber Kinder hat, bekommt in Deutschland Zugriff auf viele verschiedene Arten der Steuervergünstigungen und Zuschüsse. So gibt es zum Beispiel den Kinderfreibetrag bei der Einkommensteuer, der Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung fällt ebenfalls weg. (Diesen zahlt man ab dem Alter von 23 Jahren, wenn man noch keine Kinder hat.)
Zusätzlich dazu bekommt man für die ersten beiden Kinder jeweils 204 Euro Kindergeld monatlich. Man kann außerdem das so genannten Baukindergeld beantragen.
Wie man für die Kinder mit Hilfe des Kindergeldes vorsorgen und ihnen ein abgesichertes Leben bieten kann, habe ich in dem Artikel Sparen für Kinder – Investition in die Zukunft geschrieben.
Für Familien mit Kindern gibt es in Deutschland viel Unterstützung, die man nur zu nutzen wissen muss. Hier lohnt es sich definitiv sich intensiv zu informieren.

Steuererklärung abgeben

Du solltest prüfen, ob es für dich Sinn macht, (oder du vielleicht sogar verpflichtet bist) eine Einkommenssteuererklärung zu machen. Hierbei kann man viele Kosten, die über das Jahr angefallen sind, steuerlich geltend machen und sich so teilweise große Steuerbeträge wiederholen.
Unter den Klassikern sind zum Beispiel die Kosten für die Fahrt zum Arbeitsort (Kilometerpauschale), Kosten für ein Arbeitszimmer oder auch Reparaturen im Eigenheim. Wer von alledem nichts geltend machen kann, kann unter Umständen auch einfach die Pauschale für Werbungskosten anwenden und darüber ein paar Euro Steuern zurück bekommen.
Wer die Steuererklärung noch nicht gemacht hat kann diese auch noch rückwirkend abgeben. Dies kann man für einige Jahre machen und so kann schnell ein großer Betrag zusammen kommen.

Betriebliche Altersvorsorge

Wenn auch, meiner Meinung nach, etwas „langweilig“ bieten viele Firmen eine eigene betriebliche Altersvorsorge an.
Hierzu habe ich ehrlich gesagt keinerlei Erfahrung, von der ich berichten könnte.
Die betriebliche Altersvorsorge scheint aber für viele ein gern gesehenes Benefit zu sein. Meist wird in diese Verträge bis zu einem vertraglich geregelten Renteneintrittsalter gespart und so kann die Rente im Alter etwas aufgestockt werden.

VWL – Vermögenswirksame Leistungen

Legt man einen Teil seines Gehalts in vermögenswirksame Leistungen an, kann man Zuschüsse vom Staat erhalten. Für Singles mit einem Einkommen unter 20.000 Euro im Jahr kann man hier bis maximal 80 Euro jährlich vom Staat zum Vermögensaufbau dazu erhalten.

Nettolohnoptimierung durch Goodies

Besonders in vielen jungen Unternehmen sind einige dieser netten kleinen Aufmerksamkeiten bereits zu finden. Aber, was früher nur in Startups und hippen Werbeagenturen Gang und Gäbe war, findet in immer mehr Unternehmen Anwendung.
In Zeiten des so oft propagierten Fachkräftemangels versucht jeder Arbeitgeber in einem besonders guten Licht zu stehen und sich so die besten Arbeitnehmer zu schnappen. Man liest immer öfter in den Stellenangeboten, dass die unten aufgeführten „Goodies“ angeboten werden.

Sachbezüge, was gehört dazu?

Zu den Sachbezügen gehören Einnahmen die nicht aus Geld bestehen. Also zum Beispiel Gutscheine für etwa Massagen, Einkaufsgutscheine, Kinokarten usw. Außerdem zählen die Überlassung von Dienstwagen zum privaten Gebrauch, Personalrabatte, Geschenke und ähnliches dazu. Also erstmal alles, was du von deinem Chef bekommst, was kein Geld ist.

Kostenlose Lebensmittel, Getränke, Obst

Nicht direkt ein Punkt der Nettolohnoptimierung, aber eine Möglichkeit viel Geld zu sparen. Die vielen Kleinigkeiten, die der Arbeitgeber bieten kann. Dazu gehören zum Beispiel kostenlose Getränke und frisches Obst am Arbeitsplatz.
Wer nicht jeden Morgen sein eigenes Obst und Wasser mit zur Arbeit nehmen muss, hat hier natürlich ordentlich Einsparpotenzial. So kann man als „Koffeinabhängiger“ durch kostenlose Heißgetränke am Arbeitsplatz auch jeden Tag eine Kleinigkeit zur Seite legen. Wenn man nämlich nicht morgens nochmal schnell beim Barista der Wahl halten muss. Willst du wie viel dir das einspart, stellst du dir ein Sparschwein auf, in das jeden Tag das durch Freigetränke eingesparte Geld hinein gespart wird. Am Ende des Jahres wartet dann eine schöne Überraschung in diesem Sparschwein auf dich.

44 Euro Gutscheine

Viele wissen es nicht, aber der Arbeitgeber kann einem Geschenke machen. Und das auch noch steuerfrei.
Möglich ist dies zum Beispiel mit Gutscheinkarten. Ich kenne niemanden, der keine Gutscheine gebrauchen kann.
Diese Gutscheine gibt es heutzutage für alles Mögliche. Und wenn das Lieblingsgeschäft auf den ersten Blick keine Gutscheine anbietet, lohnt es sich einfach mal an der Kasse nachzufragen. Die Geschäfte sind einem da für gewöhnlich gerne behilflich. Klar, es sind ja im Endeffekt auch Umsätze. Und das oft auch noch jeden Monat wiederkehrend.
Warum dieser Betrag, in der Regel, auf maximal 40 Euro reduziert wird, kannst du in dem Bereich “Warum nur 40 Euro Gutschein, bei 44 Euro Freigrenze?” nachlesen.

Seit dem 01.01.2020 sind Gesetzesänderungen eingeführt worden, die die Ausgabe von “nicht zweckgebundenen Gutscheinen” nicht mehr steuerlich begünstigen. Ich bin mir aber sicher, dass es eine ganze Reihe von Möglichkeiten der “zweckgebundenen Gutscheine” geben wird.

Beiträge für das Fitnessstudio und Gesundheitsförderung

Der Monatsbeitrag zum Fitnessstudio kann ganz oder teilweise vom Arbeitgeber übernommen werden. Natürlich nur bis zu einer bestimmten Freigrenze bzw. einem festgelegten Freibetrag… So muss man zumindest nicht noch selber dafür zahlen, nicht ins Fitnessstudio zu gehen. :-)
Auch Programme zur Gesundheitsförderung können vom Chef übernommen werden. Darunter würde zum Beispiel die Rückenschule fallen. Dies ist besonders nützlich für Büroangestellte und Arbeitnehmer, die viel stehend oder sitzend arbeiten. Auch Kurse, die der Ernährungsberatung dienen oder auch Hilfen zur Raucherentwöhnung, können ganz oder teilweise übernommen werden. Wer die finanzielle Freiheit erreichen will, sollte natürlich auch auf einen gesunden Körper achten. Natürlich gelten auch hier, wie immer, Grenzwerte bis zu denen gefördert werden kann. Wobei der Steuerberater beratend zur Seite stehen kann.

Zuschuss zur Kantine

Viele, insbesondere große, Unternehmen haben eine Betriebskantine. Das Essen ist oft durch den Arbeitgeber bezuschusst. Und wenn nicht, einfach mal Fragen, was der Chef davon hält, das gesunde Mittagessen zu unterstützen. Letztendlich profitiert ja auch der Arbeitgeber davon, wenn sich seine Mitarbeiter gesund ernähren.

Steuerfreier Kinderbetreuungszuschuss

Die Unterbringung der Kinder kann viel Geld in Anspruch nehmen. Wenn der Arbeitgeber einen flexiblen Arbeitnehmer, trotz Kindern, möchte, kann er Zuschüsse zum Kindergarten bezahlen. Erklärt sich der Chef bereit, die Kosten für die Unterbringung zu übernehmen, muss die Rechnung für die jeweilige Unterbringung im Original an den Arbeitgeber weitergereicht werden. Der vereinbarte Betrag wird dann brutto gleich netto ausbezahlt.
Der Betrag wird auf das Gehalt “obendrauf” bezahlt und nicht vom bestehenden Bruttolohn umgewandelt. Hier gibt es zur Zeit keine Maximalgrenze. Das Ganze gilt für die Unterbringung von Kindern, die noch nicht schulpflichtig sind. Das kann im Kindergarten, bei der Tagesmutter oder auch in der Vorschule sein.
Der Kinderbetreuungszuschuss ist natürlich eine Win-Win Situation. Der Chef kann sich auf seinen Arbeitnehmer verlassen, der viel flexibler reagieren kann, wenn die Kinder vernünftig untergebracht sind. Der Arbeitnehmer spart Kosten und kann sich neben den Kindern auch noch auf die Karriere konzentrieren.

Erholungsbeihilfe vom Arbeitgeber

Erholungsbeihilfe wird oft auch einfach Erholungsgeld genannt. Ist aber nicht mit dem Urlaubsgeld zu verwechseln, das viele als Lohnbestandteil (wie Weihnachtsgeld) bekommen. Dieses Geld kann einem der Chef zum Urlaub oder zu sonstiger Erholung dazu geben. Klingt verrückt, ist aber so.
Das Erholungsgeld darf aber bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Die Beihilfe für die Erholung wird in diesem Fall dann aber brutto gleich netto ausgezahlt. Der bezuschusste Urlaub MUSS der Erholung dienen und muss nachgewiesen werden. Dies erfolgt durch Quittungen und Rechnungen über entsprechende Aktivitäten. Beispielsweise können dies Wellnesstage sein. Auch eine pauschale oder individuelle Reise kann bezuschusst werden. Hier finden auch bestimmte Höchstgrenzen Anwendung.

Mobilität durch Nettolohnoptimierung

Der Arbeitsweg ist für viele Arbeitnehmer ein großer Bestandteil der monatlichen Kosten. Natürlich kann man in der Regel die Fahrtkosten zu bestimmten Teilen von der Steuer absetzen. Das hilft bei den teilweise enormen monatlichen Belastungen aber nur sehr bedingt. Der Arbeitgeber hat hier die Möglichkeit dem Angestellten auf verschiedenen Wegen unter die Arme zu greifen.
Die Hilfen können dabei sehr vielfältig sein. Ob nun gleich der Firmenwagen für Jeden möglich ist oder es nur ein kleiner Zuschuss zur Fahrkarte mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist; jeder Euro ist hier gerne gesehen.

Zuschuss zu den öffentlichen Verkehrsmitteln

Viele Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln bieten spezielle Tickets für Berufstätige an. Immer mehr Arbeitgeber unterstützen die Fahrt zur Arbeit mit den Öffentlichen durch einen Zuschuss. Diese speziellen Tickets können meist auch privat genutzt werden. Besonders in Großstädten kann sich so ein Ticket lohnen. Durch die Möglichkeit mit dem ÖPNV zu fahren kann man jede Menge Geld sparen.
Natürlich spart man ganz offensichtlich beim Ticket selbst. Man hat aber auch die Möglichkeit, wenn man ein Auto hat, dieses zur Abwechslung stehen zu lassen und stattdessen Mal die Bahn zu nehmen. In Hamburg kann man, mit einem entsprechenden Ticket, auch am Wochenende eine weitere erwachsene Person und Kinder mitnehmen. So kann die ganze Familie bei einem Wochenendausflug sparen.
Vielleicht bietet es sich sogar an, das eigene Auto komplett abzuschaffen. Bei besonderen Anlässen oder im „Notfall“ kann man ja immer noch ein Auto mieten. Die Angebote auf diesem Markt wachsen stetig.

Firmenwagen

Der Firmenwagen ist natürlich der Klassiker unter den Benefits, die man von einer Firma erhalten kann.
Früher war er meist nur für die Führungsetage und vielleicht Vertriebler, die viel mit dem Firmenfahrzeug unterwegs waren, vorgesehen. Heute bekommt man unter Umständen auch schon als „normaler“ Angestellter einen Firmenwagen.
Hier liegen die Vorteile natürlich klar auf der Hand. Wer kein eigenes Fahrzeug unterhalten muss, kann jede Menge Geld sparen. So fällt nicht nur die Rate für das Fahrzeug weg (oder der Wertverlust), man muss sich auch keine Gedanken um eventuelle Inspektionen und dergleichen machen. Diese Kosten werden komplett vom Arbeitgeber getragen. *
Wer selber ein Auto hat weiß, dass es mit den Anschaffungskosten für das Fahrzeug noch lange nicht getan ist. Wer sein Fahrzeug etwas länger behalten will muss es pflegen. Und das ist nicht wirklich günstig.

Es gibt sicherlich handwerklich begabte Menschen, die jetzt sagen: “Das kann man auch selber machen!”. Das mag auf den Einen oder Anderen zutreffen, aber bei Weitem nicht auf Alle. Und für diese bleibt meist nur der Gang zur Werkstatt, um diese Arbeiten durchführen zu lassen. Für alle Anderen, die es doch können, entstehen trotzdem noch die Materialkosten, die es ebenfalls in sich haben.
Bei Neufahrzeugen wird es dann auch schon schwieriger. Die selbstgemachte Inspektion wird kaum den Garantieanspruch aufrecht erhalten ;-).
Auf das Jahr gerechnet kommen so einige hundert Euro zusammen, ohne auch nur einen Euro für das Auto selbst ausgegeben zu haben.

*Das hängt natürlich auch vom entsprechenden Vertrag ab, den ihr mit eurem Arbeitgeber bzgl. des Fahrzeugs gemacht habt.
Meistens wird zusätzlich auch der Sprit vom Chef bezahlt. Dies kann aber explizit durch den Dienstwagenüberlassungsvertrag ausgeschlossen werden.
Auch bei Unfällen werden teilweise Kosten vom Arbeitgeber übernommen. Inwieweit dies Anwendung findet hängt aber ebenfalls von Chef und Vertrag ab.

Bezahlter Fahrweg

Auch einen Zuschuss zu den Kosten des Fahrwegs kann man erhalten. In diesem Fall würde der Arbeitgeber den Zuschuss pauschal versteuern.
Es werden hierfür 0,30 Euro pro km, pauschal für 15 Tage im Monat berechnet. Und das Ganze brutto gleich netto. Dabei wird nur die einfache Fahrt bezuschusst.
Bei einem Arbeitsweg von 20 km sind dies als Beispiel 90 Euro monatlich. Das ist ja schon nicht schlecht und sollte schon einige der Kosten puffern.

Tankgutschein steuerfrei bis 44 Euro

Genau wie Gutscheinkarten können Tankgutscheine oder Tankkarten mit bis zu 44 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei an Arbeitnehmer ausgegeben werden.
Leider können diese dann nicht mehr mit anderen Gutscheinen kombiniert werden. Ansonsten wäre man wieder über der Freigrenze und damit steuer- und sozialversicherungspflichtig. Hierbei ist außerdem zu beachten, dass diese Karten nur beim Herausgeber selbst (in diesem Fall die Tankstelle) einlösbar sein dürfen. Die Möglichkeit der Bargeldauszahlung darf nicht gegeben sein. Wieso es Sinn machen kann nur 40 Euro als Tankgutschein zu erhalten, kannst du in dem Teil “Warum nur 40 Euro Gutschein, bei 44 Euro Freigrenze?” nachlesen.

Noch mehr Informationen?

Wer sich jetzt noch umfassender mit dem Thema beschäftigen will, und ein faible für Gesetzestexte hat, kann dies im Einkommensteuergesetz auf gesetze-im-internet.de tun. Unter Anderem in §3 und §8 EStG sind einige interessante Sachverhalte geregelt.

Ich hoffe dieser Beitrag zum Thema Nettolohnoptimierung hilft dir bei der nächsten Gehaltsverhandlung. Wenn du genauere Informationen brauchst, wende dich bitte an eine fachkundige Person. Das kann zum Beispiel dein Steuerberater oder die Personalabteilung in deinem Betrieb sein.

Trotz sorgfältiger Recherche kann ich keinerlei Haftung für die beschriebenen Möglichkeiten der Nettolohnoptimierung übernehmen.
Insbesondere steuerliche Aspekte sind immer Einzelfallabhängig und sollten stets mit einer fachkundigen Person besprochen werden. Dies kann zum Beispiel dein Steuerberater sein.
Für Fragen zu Gehaltsabrechnungen und Möglichkeiten der Bezuschussung von bestimmten Leistungen und Zuwendungen kann dir deine Personalabteilung, der Chef oder die Lohnbuchhaltung Auskünfte geben.