Warum ich in Amazon investiert habe

Warum ich in Amazon investiert habe… und es auch weiterhin tun werde

Amazon ist trotz eines recht hohen KGVs und einem rasanten Anstieg in den letzten Jahren für mich immer noch ein Top-Pick. Viel mehr als nur ein Onlinehändler, ist Amazon für mich nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken.

Ich möchte hier keine Aktienanalyse oder dergleichen durchführen. Auch möchte ich in keinster Weise Werbung für das Unternehmen und auch nicht für den Kauf oder Verkauf der Aktien oder anderer Finanzinstrumente machen. Ich möchte meine ganz persönlichen Erfahrungen und Meinung teilen. Warum ich in dieses Unternehmen investiert habe und es auch in der nahen Zukunft weiter machen werde.

Auch, wenn ich nicht dem Konsum in dem Umfang fröne, wie es vielleicht andere tun… Ab und an muss auch ich etwas kaufen. Und weil ich auch ein klein wenig faul bin, bestelle ich es gerne Online.
Wer den Kontakt zu den Nachbarn scheut und/oder nicht oft zu Hause ist, kann sich seine Pakete ja in den Amazon Locker bzw. in eine DHL Paketbox schicken lassen.
Ich finde die persönliche Entscheidung für und gegen ein Investment immer noch etwas interessanter als eine einfache Analyse von Kennzahlen. Diese gibt es zuhauf da draußen (im Internet und Fachzeitschriften). Von viel kundigeren Personen als mir. Wenn du also auf der Suche danach bist, bist du hier eher nicht richtig.
Wer sich etwas mit Amazon beschäftigt, stellt schnell fest, dass dieses Unternehmen in vielen Bereichen aktiv ist. Ich bin auf die anderen Bereiche aufmerksam geworden, da ich AWS (Amazon Web Services) über den Weg gelaufen bin. Dadurch war mein Interesse geweckt und ich habe etwas näher hingeschaut, was Amazon noch so alles macht. Ich kann nicht auf alle Services und Produkte eingehen, da es eindeutig zu viele sind. Ich habe die, für mich, interessantesten herausgesucht und versuche dir diese aufzuzeigen und zu erklären.

Inhaltsverzeichnis:

Vergangenheit und Gegenwart

Für viele Leute ist Amazon nur ein Versender von so gut wie Allem was das Käuferherz begehrt. Ich ertappe mich mittlerweile oft selbst dabei, dass ich (egal was ich kaufen will) erstmal schaue, ob es das Produkt bei dem Riesen aus Seattle gibt. Und wie sollte es anders sein, meist werde ich fündig und kaufe dann auch häufig dort. Dabei ist Amazon nicht immer der günstigste Anbieter für die Produkte. Doch warum kauft man trotzdem da? Für mich hat es einen ganz simplen Grund. Amazon funktioniert einfach!
Führe ich einen Preisvergleich im Internet durch, finde ich oft Händler, die den exakt gleichen Artikel anbieten und er wird günstiger verkauft. Das Problem für mich ist, dass man (oder zumindest ich) für die meisten Onlinehändler noch keinen Account hat. Und ich habe auch nicht vor, für jeden einzelnen Einkauf ständig bei irgendwelchen Shops neue Accounts anzulegen. Neben der Zeit, die dabei verloren geht, muss man selbstverständlich auch sämtliche persönliche Daten angeben. Anders kann der Kauf und der Versand ja auch nicht funktionieren.
Das ist der erste Punkt. Ich vertraue dem Unternehmen Amazon mehr, als kleinen Geschäften. Das liegt auch an der Infrastruktur und der Manpower, die Amazon zur Verfügung hat. Die Kundendaten werden dort (würde ich wetten) von einem riesigen IT Team betreut. Doch wie sieht es bei einem kleinen Onlinehändler aus? Natürlich kann man es nicht verallgemeinern, aber man kann ja zumindest mal drüber nachdenken.
Aber was tun, wenn das Produkt bei Amazon nicht vorhanden ist? Vor diesem Problem stand ich tatsächlich auch vor einiger Zeit. Ich wollte ein Schmuckstück bei Amazon kaufen, es war aber nicht mehr lieferbar. Wohl oder übel habe ich mir einen Onlineshop gesucht, der dieses Schmuckstück angeboten hat. Und siehe da, der andere Shop akzeptiert Amazon Pay. Dabei wird der Bezahlvorgang von Amazon abgewickelt, ohne dass ich meine Kreditkarte nutzen oder meine Bankverbindung für das Lastschriftverfahren angeben muss. Es wird direkt mit Amazon abgerechnet.

Service

Ich frage mich manchmal, ob man tatsächlich noch das Produkt kauft oder eigentlich den Service. Wenn ich Probleme mit einem Produkt hatte und danach mit dem Kundenservice in Kontakt trat, gab es bei Amazon keine langwierigen Prozesse. Mir wurde sofort eine Lösung angeboten. Teilweise sogar ohne große Prüfung. Man hat das Gefühl einem wird vertraut. Oder vielleicht ist es so einfach günstiger und schneller.
Mir persönlich gefällt so etwas und ich gehe davon aus, dass es auch andere Menschen gibt, die diesen Service genießen.
Doch mittlerweile ist die Firma viel mehr als nur ein Onlinehändler. Amazon bietet anderen Händlern die Möglichkeit Produkte über die Amazon Plattform zu vertreiben. Ein genialer Schachzug. Die Produktpalette erweitert sich und man kann so noch mehr Kundenwünsche auf einer Plattform bedienen.

Was macht Amazon eigentlich

Wie bereits oben geschrieben, haben wir ja bereits festgestellt, und jeder weiß es eigentlich auch, dass Amazon im Versandhandel tätig ist. Das ist aber bei Weitem nicht das Einzige, was Amazon macht um Geld zu verdienen.

Prime

Mit Prime gibt es ein Produkt, das die Kunden per Abomodell an Amazon bindet. Die Kunden bekommen Versand- und Einkaufsvorteile und zahlen dafür eine pauschale jährliche (oder auch etwas teurere monatliche) Gebühr.
Neben diesen Vergünstigungen gibt es auch noch viele Streaming Inhalte dazu. Neben Filmen, Serien und Musik gibt es zusätzlich noch Bücher obendrauf.
Die Einkaufsvorteile kommen zum Beispiel an bestimmten Tagen zum Vorschein. An manchen Freitagen und zu besonderen Anlässen werden zum Beispiel viele Leihfilme und -Serien für die Mitglieder stark vergünstigt angeboten. In diesem konkreten Fall 0,99 Euro pro Titel aus einer Auswahl. Vor einiger Zeit standen diese Angebote noch Amazon Kunden ohne Prime Mitgliedschaft zur Verfügung. Das hat sich mittlerweile geändert. Durch diese Änderung hat man wieder einen Anreiz mehr für die Mitgliedschaft geschaffen.

Entertainment

Neben den schon genannten inkludierten Streamingangeboten gibt es auch noch eine Leihbibliothek in der aktuelle Filme, Serien etc. gegen eine Gebühr geliehen werden können. Das bieten nicht alle anderen Streaminganbieter. Dadurch kann man einen Film, der gerade auf DVD/Blu-Ray erschienen ist, schon in den eigenen vier Wänden schauen, ohne ein physisches Produkt zu kaufen.
Es gibt mittlerweile einige Produktionen, die von Amazon selbst produziert werden bzw. von ihnen in Auftrag gegeben werden.
Ein weiteres Standbein im Entertainmentbereich ist Audible. Mit Audible werden zusätzlich zu dem ohnehin schon breiten Medienangebot von Amazon noch Hörbücher vertrieben.

Hardware

…und die Hardware wird natürlich auch gleich mit angeboten. Mit Fire TV für den Fernseher, kann man dann die Inhalte von Prime auch gleich am Fernseher schauen. Netflix und andere Streamingdienste und Apps werden von den Sticks auch unterstützt. Auch das Onlineangebot von TV Sendern kann man hier nutzen.
Mit den Echo Geräten bietet Amazon intelligente künstliche Assistenten. Angesprochen werden die Geräte mit dem Wort „Alexa“ oder „Computer“. Diese Geräte dürften den Meisten mittlerweile ein Begriff sein.
Ich sehe im Bereich Heimautomatisierung und damit einhergehend mit den persönlichen Assistenten noch enormes Wachstumspotenzial.
Besonders, Wenn man überlegt, dass wir uns hiermit noch in den ersten Generationen befinden und die Vernetzung gerade erst begonnen hat.

Gaming

Amazon hat mit “New World” (von Amazon Game Studios) ein eigenes Computerspiel in der Pipeline. Das Spiel sieht nicht aus, wie ein kleines Mobilegame oder dergleichen. Es kann sich wirklich mit AAA-Titeln messen. Die Grafik, die ich bis jetzt gesehen habe, ist vielversprechend. Die Systemanforderungen sind allerdings auch noch recht sportlich. Die Gamingbranche ist ein multimilliarden Dollar Markt. Dort einen Fuß in die Tür zu bekommen kann schöne zusätzliche Einnahmen bedeuten. Das Wachstumspotenzial ist meiner Meinung nach enorm.
Besonders, wenn man auf mögliche weitere Entwicklungen hofft. Insbesondere im Bereich VR (Virtual Reality) hat sich bislang noch kein Anbieter flächendeckend positionieren können. Der Verbreitungsgrad von VR Geräten und auch Software ist noch stark begrenzt.

Werbegeschäft und Partnerprogramm

Bereits jetzt ist Amazon stark im Werbegeschäft tätig. Es werden z.B. bestimmte Artikel prominent platziert. Zusätzlich betreibt Amazon ein Partnerprogramm, das von vielen Webseiten gerne genutzt wird. Bei diesem Partnerprogramm erhalten Websitebetreiber eine kleine Provision, wenn sie auf die Seite von Amazon linken (ob per Text oder Bild ist egal) und die Person, die auf den Link geklickt hat, dann auch das Produkt kauft. Die Provisionen sind dabei je nach Artikel unterschiedlich, befinden sich allerdings meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Aber inwiefern ist es hilfreich, dass Amazon Provisionen zahlt? Amazon zahlt nicht einfach nur Provisionen. Amazon hat die Einbindung und auch die Abrechnung für Websitebetreiber recht leicht gestaltet. Und durch die bereits genannte Riesenauswahl an Produkten gibt es eigentlich für fast jede Internetseite irgendetwas, was beworben werden kann.

Der Kunde als Partner

Neben dem Kauf von allerlei Waren und Dienstleistungen kann man als Kunde auch selbst zum Verkäufer werden. Man kann zum Beispiel gebrauchte Dinge verkaufen oder die eigenen Bücher vertreiben. Amazon bietet hierzu jede Menge Tools. Das findet hauptsächlich für elektronische Bücher, also E-Books Anwendung. Der Verkauf von gedruckten Exemplaren ist aber auch möglich.
Auch Produktion und Verkauf von Merchandising lässt sich mittlerweile hier umsetzen.

Paketdienst

Wenn man in letzter Zeit mal in einer Post Filiale war oder auch mal ein Auge in einen der vielen DHL Transporter werfen konnte, ist es einem bestimmt schon aufgefallen.
Die Fahrzeuge sind voll. Und zu großen Teilen sind es die bekannten Smileys der Amazon Pakete, die einen aus dem Laderaum anlächeln.
Letztes Jahr zu Weihnachten hatte ich bei uns in der Postfiliale das Gefühl, es handele sich um eine Amazon Paketstation. Abgesehen von einigen wenigen anderen Paketen, hatten die meisten Kartons das bekannte Amazon Lächeln aufgedruckt. Amazon hat sogar schon eigene Paketstationen wie DHL. Die „Amazon Locker“.
Im Großraum Hamburg hatte ich auch schon das Erlebnis, dass ich von Amazon direkt (bzw. Partnerunternehmen) mit den Paketen beliefert wurde.
Welche Auswirkungen das ggf. für die Paketversender haben wird, möchte ich hier nicht weiter erläutern.

AWS – Amazon Web Services

Den meisten Konsumenten dürfte kaum bekannt sein, dass Amazon mittlerweile ein riesen Hosting- und Rechenpower-Anbieter ist. Ob die Firmenwebseite, rechenintensive Anwendungen oder das Bereitstellen von Inhalten. Amazon mischt auch hier mit. Diese Angebote richten sich überwiegend an Firmenkunden. Neben dem “Wundermittel” des 21. Jahrhunderts (der Blockchain), werden auch Services für IoT (Internet of Things), Analysen und mit “Ground Station” die Steuerung von Satellitenkommunikation. Angeboten.

Amazon als Arbeitsvermittlung

Amazon Mechanical Turk dürfte den Meisten vermutlich kein Begriff sein. Es ist eine Vermittlungsplattform für Microjobs.
Hier fungiert Amazon als Plattform für Firmen, die Microjobs zu vergeben haben und Menschen, die gerne diese Aufgaben übernehmen würden.
Bei diesen Jobs kann es sich zum Beispiel um die Kategorisierung von Bildern oder das Abtippen von Quittungen und dergleichen handeln. Die Bezahlung für die Arbeiter schwankt dabei, je nach Job. Für Amazon bleibt selbstverständlich aber immer ein wenig Provision für die Vermittlung hängen.

Lohnt es sich in Amazon zu investieren?

Die Konkurrenz mag wachsen und in einigen Bereichen mag Amazon schon eingeholt worden sein. Da Amazon aber immer weiter, in die verschiedensten Richtungen, wächst und sich nicht nur auf den Versandhandel beschränkt sehe ich auch weiterhin eine gewaltige Zukunft für den Internetriesen. Der CEO konnte mich bis jetzt wirklich begeistern und das Management macht meiner Meinung nach immer noch einen tollen Job. Die Innovationskraft und die ständige Erweiterung von Zukunftstechnologien werden vermutlich auch in Zukunft noch für einige Überraschungen sorgen. Was mich etwas besorgt ist das bei Wachstumsunternehmen eigentlich normale, hohe KGV. Über die vielen Jahre, die Amazon nun schon wächst, hätte ich erwartet, dass das KGV stärker sinken würde. Es ist gesunken, für meinen Geschmack aber noch nicht ausreichend. Ich erhoffe mir, dass der Gewinn sich etwas dem Kurs annähert. Ein weiterer Punkt, der mich nachdenklich stimmt, ist der auch als Vorteil zählende Punkt, dass das Unternehmen in extrem vielen Bereichen arbeitet. Für mich besteht das Risiko, dass so unter Umständen “auf zu vielen Hochzeiten getanzt“ wird und irgendwann die Bereiche, die wirklich Cash bringen, vernachlässigt werden könnten.
Für mich ist und bleibt Amazon ein Top Unternehmen mit tollen Wachstumsmöglichkeiten, wie sie zur Zeit kein anderes Unternehmen in dieser Branche hat. Die sehr breit aufgestellten Services und Produkte sind kaum zu toppen. Doch selbst, wenn Teile von den vorhandenen Zweigen nicht mehr so funktionieren sollten wie angedacht, ist es durch die Übrigen immer noch möglich Gewinne zu machen.
Das Einzige was ich anders machen würde, wenn ich es könnte, wäre dass ich früher und höher einsteigen würde.

Hinweis

Ich möchte hier in keinster Weise Werbung für das Unternehmen machen und auch niemanden zu einem Kauf/Verkauf der Aktien (oder anderer Finanzinstrumente) des Unternehmens bewegen. Vielmehr teile ich meine Erfahrung und Meinung als Privatanleger.
Ich (der Autor) besitze Aktien des in dem Artikel besprochenen Unternehmens.

Dein reisparer